Brustkrebs-Aktionstag auf dem Odeonsplatz
11.06.2026
Brustkrebs betrifft viele Menschen – und doch gibt es noch immer zahlreiche Fragen, Unsicherheiten und Ängste rund um Diagnose und Behandlung. Umso wichtiger sind Veranstaltungen, die medizinische Expertise direkt dorthin bringen, wo Menschen ihren Alltag verbringen.
Radiologie München am Odeonsplatz dabei
Am 6. Juni 2026 wurde der Münchner Odeonsplatz erstmals zur Bühne für einen besonderen Aktionstag rund um das Thema Brustkrebs. Mitten in der Innenstadt kamen Betroffene, Angehörige, Interessierte und medizinische Expertinnen und Experten zusammen, um miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und Wissen auszutauschen.
Vertreten waren alle großen Münchner Brustzentren sowie die Strahlentherapie der Radiologie München, die als fester Bestandteil der onkologischen Versorgung eng mit vielen Brustzentren der Region zusammenarbeitet.
Zudem gab es Stände der Industrie, aber auch Patienten-Initiativen, Mitmach-Angebote und eine Mutmach-Hummel, die von Stand zu Stand unterwegs war. Gemeinsam verfolgen sie ein Ziel: Patientinnen und Patienten bestmöglich durch die oftmals herausfordernde Zeit einer Brustkrebsbehandlung zu begleiten. Gerade dieser interdisziplinäre Austausch machte den Aktionstag besonders wertvoll. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, Fragen direkt an die Expertinnen und Experten zu richten – ohne Zeitdruck, ohne Wartezimmer und in einer offenen Atmosphäre.
Medizinische Expertise zum Anfassen
Für die Strahlentherapie der Radiologie München waren unter anderem die Medizinphysiker Dr. Lena XXX und Dr. Nils Temme, sowie die Radioonkologinnen und Radioonkologen Dr. Waldemar Krings und Dr. Christine Schönknecht vor Ort. Dr. Schönknecht bringt zusätzlich eine besondere Expertise im Bereich Ernährung bei Krebserkrankungen mit ein – ein Thema, das viele Betroffene beschäftigt.
Dr. Schönknecht: „Viele Besucherinnen und Besucher kamen gar nicht mit einer konkreten Erkrankung oder Fragestellung zu uns, sondern wollten zunächst verstehen: Was ist Strahlentherapie eigentlich? Wie funktioniert sie? Wann wird sie eingesetzt? Genau für diese grundlegenden Fragen ist ein solcher Tag unglaublich wertvoll. Wir konnten medizinische Zusammenhänge erklären, Unsicherheiten abbauen und zeigen, wie moderne Krebsbehandlung heute aussieht. Dieser direkte Austausch außerhalb der Klinik ist für viele Menschen eine große Hilfe.“
Für das Team der Strahlentherapie zeigte sich dabei einmal mehr, wie groß der Bedarf an verständlicher medizinischer Aufklärung ist. Viele Gespräche drehten sich nicht nur um Brustkrebs, sondern auch um die grundsätzliche Rolle der Strahlentherapie in der modernen Krebsmedizin und die Möglichkeiten, die sie Patientinnen und Patienten heute bietet.
Was macht eigentlich ein Medizinphysiker?
Eine der häufigsten Überraschungen des Tages: Vielen Menschen war der Beruf des Medizinphysikers bislang kaum bekannt.
Dabei spielen Medizinphysiker eine zentrale Rolle in der modernen Strahlentherapie. Sie sorgen gemeinsam mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten dafür, dass Bestrahlungen präzise geplant und sicher durchgeführt werden. Jede Behandlung wird individuell berechnet, kontrolliert und überwacht.
„Die moderne Strahlentherapie ist Teamarbeit. Ärzte, Medizinphysiker und weitere Fachkräfte arbeiten eng zusammen, um für jede Patientin und jeden Patienten die bestmögliche Behandlung zu planen“, erklärte Dr. Nils Temme im Gespräch mit den Besucherinnen und Besuchern. Der Aktionstag bot die seltene Gelegenheit, diese Zusammenarbeit sichtbar zu machen und zu zeigen, wie viele Menschen im Hintergrund daran arbeiten, Krebsbehandlungen sicher und wirksam zu gestalten.
Moderne Strahlentherapie hat wenig mit den Vorstellungen von früher gemeinsam
Besonders häufig kamen Fragen zur Strahlentherapie generell auf. Viele Besucherinnen und Besucher brachten Erfahrungen aus dem Familien- oder Bekanntenkreis mit oder hatten Bilder im Kopf, die teilweise Jahrzehnte alt sind.
Tatsächlich hat sich die Strahlentherapie in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten erheblich weiterentwickelt.
Präzisere Bildgebung, moderne Bestrahlungsplanung und technische Innovationen ermöglichen heute deutlich individuellere Therapiekonzepte als noch vor einigen Jahrzehnten. Auch das Nebenwirkungsmanagement wurde kontinuierlich verbessert.
„Ich bin seit 15 Jahren Medizinphysiker und durfte in dieser Zeit meinen Beruf quasi zwei Mal komplett neu lernen, weil sich die Technik und die Möglichkeiten so schnell weiterentwickelt haben“, berichtete Dr. Nils Temme.
Diese Entwicklung war auch eine der wichtigsten Botschaften des Tages: Die Strahlentherapie blickt zwar auf eine mehr als 100-jährige Geschichte zurück, ist heute jedoch eine hochmoderne, wissenschaftlich kontinuierlich weiterentwickelte und zunehmend individuelle Therapieform.
Unterschiede zwischen den Generationen
Dr. Waldemar Krings beobachtet dabei auch einen deutlichen Unterschied zwischen den Generationen:
„Jüngere Patientinnen und Patienten kommen heute oft bereits sehr gut informiert zu uns. Sie haben sich vorab mit ihrer Erkrankung und den Behandlungsmöglichkeiten beschäftigt und gehen deshalb häufig mit deutlich weniger Angst in die Strahlentherapie. Bei vielen Frauen um die 60 erleben wir dagegen noch größere Sorgen und Unsicherheiten. Das hat auch damit zu tun, dass sie in einer Zeit aufgewachsen sind, in der Ereignisse wie die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl das öffentliche Bild von Strahlung stark geprägt haben. Gleichzeitig war die Strahlentherapie damals tatsächlich mit deutlich mehr Nebenwirkungen verbunden als heute. In den meisten Fällen können wir diese Ängste jedoch bereits im persönlichen Aufklärungsgespräch einordnen und viele Sorgen nehmen.“ Krings betont, dass die moderne Radioonkologie heute kaum noch mit den Behandlungsmöglichkeiten früherer Jahrzehnte vergleichbar sei. Fortschritte in der Bildgebung, Bestrahlungsplanung und Qualitätssicherung ermöglichen zunehmend individuellere und präzisere Therapiekonzepte.
Natürlich können auch heute Nebenwirkungen und Risiken auftreten. Welche das im Einzelfall sind, wird stets individuell mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten besprochen. Viele Ängste beruhen jedoch auf Vorstellungen, die mit den heutigen Möglichkeiten der modernen Radioonkologie nicht mehr vergleichbar sind.
Begegnungen, die im Klinikalltag oft zu kurz kommen
Neben den Gesprächen mit Patientinnen und Patienten bot der Aktionstag auch Raum für den Austausch unter Kolleginnen und Kollegen. Viele der beteiligten Fachkräfte arbeiten im Versorgungsalltag eng zusammen, kennen sich aber oftmals vor allem über Telefonate, Tumorkonferenzen oder gemeinsame Behandlungswege. Der persönliche Austausch auf dem Odeonsplatz wurde daher von vielen Beteiligten als besonders wertvoll empfunden.
Ein starkes Zeichen für Aufklärung und Früherkennung
Durch den Tag führte die bekannte Moderatorin Bärbel Schäfer. Mit viel Engagement, Empathie und Fingerspitzengefühl begleitete sie die verschiedenen Programmpunkte und schaffte es, Menschen für ein Thema zu begeistern, das viele zunächst lieber vermeiden würden.
Gerade deshalb sind Aktionstage wie dieser so wichtig: Sie schaffen Sichtbarkeit, fördern Aufklärung und ermöglichen persönliche Begegnungen zwischen Medizin und Öffentlichkeit.
Für das Team der Strahlentherapie der Radiologie München war die Veranstaltung eine wertvolle Gelegenheit, moderne Krebsmedizin verständlich zu erklären, Fragen zu beantworten und Vorurteile abzubauen. Nach der erfolgreichen Premiere auf dem Odeonsplatz steht für viele Beteiligte bereits fest: Ein Aktionstag wie dieser verdient eine Fortsetzung. Denn Wissen kann Ängste reduzieren. Und Gespräche auf Augenhöhe sind oft der erste Schritt zu mehr Sicherheit und Vertrauen.







